Normalerweise ist es die Aufgabe der Älteren, den Jüngeren unter die Arme zu greifen. Doch an der Maria-Ward-Schule wehte kürzlich ein anderer Wind: Schülerinnen der 6. Klasse schlüpften in die Lehrerinnenrolle, um die Klassen 9 b und 10 b fit für die Abschlussprüfungen zu machen.
Der Hintergrund ist ernst: In der bayerischen Realschulprüfung muss ein Teil der Mathematik-Aufgaben komplett ohne Taschenrechner gelöst werden. Da die elektronischen Helfer jedoch ab der 8. Klasse zum Standard-Equipment gehören, rostet das Kopfrechnen bei vielen älteren Schülern mit der Zeit ein.
Geduldige Lehrerinnen, dankbare Schülerinnen
In drei Klassenzimmern erklärten die Mädchen der Klasse 6 b ihren sichtlich beeindruckten Mitschülerinnen aus der 9 b und 10 b, wie man schriftlich und im Kopf multipliziert, dividiert, addiert und subtrahiert. Was für die Sechstklässlerinnen noch zum täglichen Handwerkszeug gehört, erforderte bei den „Großen“ anfangs noch tiefes Nachdenken.
Die Rollenverteilung funktionierte dabei tadellos: Die Sechstklässlerinnen agierten als äußerst geduldige und kompetente Lehrerinnen, während die Zehnt- und Neuntklässlerinnen die Hilfe dankbar annahmen. Trotz des Lernstoffs kam der Humor nicht zu kurz – alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß an diesem außergewöhnlichen Projekt.
Koordination durch das Kollegium
Initiiert und koordiniert wurde die jahrgangsübergreifende Lerneinheit von den Mathematiklehrern Herrn Gaubitz und Herrn Kytlic. Ihr Resümee fiel durchweg positiv aus: Die Aktion hat nicht nur mathematische Lücken gefüllt, sondern auch das Miteinander über die Klassengrenzen hinweg gestärkt. Eines ist sicher: Die Abschlussprüfung kann kommen – das Kopfrechnen sitzt wieder!
Text und Foto: M. Kytlic

„Konzentration pur: Eine Schülerin der 6 b erklärt die schriftliche Division, während die Zehntklässlerinnen aufmerksam folgen.“